home

Adoptionsrecht

Adoptionsrecht
Eine Adoption, also das Annehmen eines nicht leiblichen Kindes als sein eigenes, wird in der Verfahrensweise in zwei verschiedene Ausgangssituationen eingeteilt. Zum Einen die Adoption eines minderjährigen Kindes und zum anderen die Adoption eines volljährigen Kindes. Bestimmungen rund um die Adoption finden sich im Adoptionsvermittlungsgesetz, Adoptionsübereinkommens- Ausführungsgesetz, Adoptionswirkungsgesetz sowie in der Haager Konvention (internationale Adoptionen).

Zuerst zur Adoption eines minderjährigen Kindes, die sogenannte Volladoption. Ein Kind kann nur gemeinschaftlich angenommen werden wenn die Adoptionsantragssteller verheiratet sind. Das Ehepaar muss dazu keineswegs kinderlos sein. Es ist auch möglich das der eine Ehegatte das Kind seines Gatten aus einer vergangenen Beziehung annimmt. Die gemeinschaftliche Annahme eines Kindes ist für Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft oder einer gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebensgemeinschaft nicht möglich. Unverheiratete haben die Möglichkeit ein Kind allein anzunehmen. Solch eine Konstellation wird allerdings besonders scharf getestet da das Wohl des Kindes immer im Mittelpunkt stehen soll. Es soll sichergestellt werden das das Kind in stabile Verhältnisse kommt und ein Eltern-Kind-Verhältnis entstehen kann. Daher sollten die Adoptionsantragssteller gesundheitlich fit sein, über ein sicheres Einkommen verfügen sowie genügend Wohnraum zur Verfügung haben. Um das zu ermitteln stehen den Jugendämtern und Vormundschaftsgerichten mehrere Methoden zur Verfügung. Das wären z.B. Hausbesuche, Eignungstests und psychologische Gutachten.

Weitere Voraussetzungen zur Adoption sind, dass ein Ehepartner mindestens 25 Jahre alt und der andere mindestens 21 Jahre alt sein muss. Die Zustimmung beider leiblichen Eltern, welche ab dem achten Lebensmonat des Kindes gegeben werden kann, müssen für die Adoption vorhanden sein. Ab dem Zeitpunkt an dem die Zustimmungserklärung abgegeben wurde ist das Jugendamt nun der Vormund des Kindes.Von jetzt an besitzen die leiblichen Eltern auch kein Umgangs- oder Besuchsrecht mehr.

Beim Verlauf einer Adoption muss unbedingt beachtet werden das alle Erklärungen, Anträge und ähnliches notariell beglaubigt werden müssen.

Zur rechtlichen Abwicklung sind die Vormundschaftsgerichte zuständig. Diese prüfen alle Erklärungen und Anträge und ob aus den Adoptiveltern und dem Kind eine “richtige” Familie werden kann. Dazu nutzt es Jugendamtberichte und Berichte der staatlichen Adoptionsvermittlungsstelle. Außerdem werden alle Beteiligten geladen. Jedoch bevor eine Adoption vollständig rechtskräftig ist vergeht eine Probezeit. Erst nach dieser fällt das Gericht den endgültigen Beschluss.

Rechtlich gesehen ist das Adoptivkind dann wie ein leibliches Kind. Es erhält den Familiennamen der Adoptivfamilie. Alle rechtliche Verbindungen zu den leiblichen Eltern werden gelöst.

Bei der Adoption eines volljährigen Kindes wird keine Zustimmung der leiblichen Eltern benötigt. Auch hier ist die wichtigste Voraussetzung das zu erwarten ist, dass sich ein Eltern-Kind-Verhältnis entwickelt. Die rechtlichen Folgen weisen jedoch Unterschieden auf, denn die rechtliche Verbindungen werden nicht vollständig gelöst.

Alle Rechtsfragen, die das Thema Adoption betreffen.