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Erbrecht

Erbrecht
Das Erbrecht beschäftigt sich mit den vermögensrechtlichen Angelegenheiten nach dem Tod eines Menschen. Es beinhaltet alle Bestimmungen die sich mit dem Übergang des Vermögens vom Erblasser (Person die etwas zu vererben hat) zum Erben befassen. Weiterhin wird jedem Menschen das Grundrecht eingeräumt selbst über sein Vermögen und dessen Verwendung nach seinem Tod entscheiden zu können. In Artikel 14 des GG wird das Erbrecht garantiert. Der erste Satz dieses Artikels lautet: “Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet”.

Die Erbfolge kann jeder selbst mit einem Testament oder einem Erbvertrag regeln. Tut er dies nicht dann tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Diese entscheidet dann wie das Vermögen des Verstorbenen aufgeteilt wird und wer etwas davon bekommt. Die gesetzliche Erbfolge begünstigt nahe Verwandte, d.h das die Eltern, und die Kinder als erstes erbberechtigt sind. Weitere Bestimmungen regeln die Erbberechtigung des Ehepartners (§ 1931 BGB ). Sind keine Verwandten oder Ehepartner des Verstorbenen aufzufinden erhält der Staat das Vermögen.

Die gesetzliche Erbfolge tritt auch dann ein wenn das Testament oder der Erbvertrag ungültig oder der durch diese Dokumente bestimmte Erbe verstorben ist oder das Erbe ausschlägt. Die Bestimmungen finden sich im §§ 1922 - 1941 BGB . Weitere Bestimmungen sind im BGB im 5.Buch niedergeschrieben. Wenn man sich jedoch sicher sein möchte das nach dem Tod das Vermögen so aufgeteilt wird wie man es selbst möchte, sollte ein Testament aufsetzten. Dadurch kann auch vermieden werden das z.B. die Kinder und der Ehepartner eine Erbgemeinschaft bilden, da durch diese schnell Streitigkeiten entstehen können. Für ein Testament ((§ 1937 BGB ) muss nicht unbedingt ein Notar aufgesucht werden, man kann es auch allein schreiben. Das Testament ist stets änderbar, was den größten Unterschied zum Erbvertrag darstellt, doch zu diesem später. Möchte man z.B. einen nahen Verwandten aus der Erbfolge ausschliessen ist das nicht ganz einfach. Es muss ein bestimmter Sachverhalt erfüllt werden das sonst die Bestimmung zum Pflichtteil in Kraft tritt. Diese sichert dem allen nahen Verwandten eine Erbfähigkeit zu. Nach § 1922-1934 BGB ist die Höhe des Pflichtteils die Hälfte des Werts der bei einer gesetzlichen Erbfolge zugestanden werden würde.

Neben dem Testament kann auch ein Erbvertrag (§§ 1941,§ 2274 ff. BGB) erstellt werden. Dieser Vertrag wird zwischen mehreren Personen getan und kann im Nachhinein nicht mehr geändert werden. So könne sich die Erben besser auf die erbrechtlichen Folgen des Todes einrichten. Ein Erbvertrag wird beim Notar aufgesetzt.

Auf Erbvermögen wird nach §§ 15 und 19 des Erbschaftssteuergesetzes die Erbschaftssteuer erhoben. Die Höhe der Steuer bemisst sich nach bestimmten Steuerklassen und dem Wert des Erbes. Es gilt je mehr der Erbe mit dem Erblasser verwandt ist, desto weniger Steuern werden erhoben.

Das Erbrecht beinhaltet als Grundrecht das Reglement über die Verfügung des Eigentums oder anderer veräußerbarer Rechte zum Eintritt des eigenen Todes. Andererseits beinhaltet es auch Regelungen, die in Kraft treten, wenn eine Person Begünstigter einer solchen Verfügung wird.