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Strafrecht

Das Strafrecht ist ein Teil des öffentlichen Rechts, das für schuldhaft begangenes Unrecht staatliche Zwangsmaßnahmen vorsieht. Die Art und Höhe der Zwangsmaßnahmen unterscheiden sich zwischen den einzelnen Staaten und folgen keinen einheitlichen Ausdrücken. In den meisten Fällen sind für Verbrechen Freiheitsstrafen und für leichtere Straftaten nicht allzu hohe Freiheitsstrafen oder Geldstrafen vorgesehen. Bei dem Strafrecht unterscheidet man zwischen materiellem und formellen Strafrecht. Das materielle Strafrecht erläutert den Tatbestand und deren Rechtsfolgen. Gesetzlich geregelt ist es im Strafgesetzbuch (StGB) und in zahlreichen nebenstrafrechtlichen, spezialisierten Bestimmungen. Zum formellen Strafrecht zählt das so genannte Strafverfahrensrecht. Es stellt das “Wie” der Durchsetzung des materiellen Strafrechts dar.

Die Tat ist ein wichtiger Terminus des Strafrechts. Der Begriff ist insofern irreführend, da auch eine Nicht-Tat (das Unterlassen) rechtswidrig sein kann. Das Handeln bzw. Nicht-Handeln muss allerdings zielgerichtet sein und nicht beispielsweise ein Reflex. Erfolgsdelikte, wie z.B. Totschlag und Körperverletzung, erfordern außerdem, dass dieses Handeln oder auch Nicht-Handeln einen Erfolg bewirkt hat. Dieser Erfolg muss auch zurechenbar sein, das bedeutet er darf nicht völlig unglaubwürdig oder unvorhersehbar gewesen sein. Des weiteren muss die Tat mit konkreter Absicht verübt worden sein. Bei bestimmten Taten genügt auch ein fahrlässiges Handeln. Sind diese Bedingungen gegeben, ist der Tatbestand erfüllt. Aber es können nur rechtswidrige Taten bestraft werden, das heißt Taten für die es kein Rechtfertigungsgrund gibt. Ein Rechtfertigungsgrund liegt beispielsweise bei der Notwehr vor.
Außerdem muss rechtswidrig handelnde Täter schuldhaft handeln. Eine Strafe wird erst verhängt, wenn diese drei Voraussetzungen: Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit, Schuld erfüllt sind. Hat eine Person eine Straftat ausgeübt, die nicht gerechtfertigt ist, dabei aber nicht schuldhaft gehandelt, weil er z.B. psychisch krank ist, kann keine Strafe ausgesprochen werden. Stattdessen können Maßregeln der Besserung und Sicherung erfolgen.

Strafrecht knüpft an die Verletzung von geschützten Rechtsgütern an. Das heißt, dass die Verletzung von Rechtsgütern nur dann mit einer Strafe verhängt wird, wenn Zwangsmaßnahmen des Zivil- und Verwaltungsrecht nicht mehr ausreichen.